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Nicht
wenige haben sich bereits am ersten Wandertag von München nach
Wolfratshausen Blasen erlaufen. Davon bin ich zum Glück
verschont geblieben. Dies grenzt bei einer Etappenlänge von annähernd
35 Kilometern fast schon an ein Wunder.
Münchens
gute Stube, den Marienplatz, verlasse ich, nachdem ich mir in der
Stadtinformation meinen Tourenbegleiter abstempeln ließ, in Richtung
Isartor.
Die
Isar über quere ich wenig später. Nur wenige Meter von
hier entfernt, liegt auf der Museumsinsel das Alpine Museum
des Deutschen Alpenvereins. Doch mein
Weg führt in die andere Richtung und durch den Innenhof des
Deutschen Museums. Hier beginnt der Planetenweg, der erst später am
Tierpark Hellabrunn endet. Diesem folge ich durch die Frühlingsanlagen
und den Rosengarten zum Flaucher.
Nach
dem Tierpark Hellabrunn überquere ich an der
Marienklause erneut die Isar und gehe am
Hinterbrühler See vorbei, weiter in Richtung der Großhesseloher
Eisenbahnbrücke.
Auf
dem Damm des Isarwerkkanals passiere ich die nächsten Orte und Plätze:
Pullach im Isartal, und Höllriegelskreuth, ehe ich bei Buchenhain zu rück
auf die linke Isarseite wechsle.
Der
Georgenstein ist für mich das Zeichen für eine kurze Rast. Hier habe ich
gut die Hälfte meines heutigen Weges zurück- gelegt. Nach der
Rast führt mein Weg weiter durch den Klosterforst und
an der Bürg vorbei zum Kloster Schäftlarn.
Abermals
überquere ich, für die Wegstrecke bis zum Ickinger Stausee, beim
Gasthaus Brückenfischer in Dürnstein die Isar und folge wieder auf dem
Damm dem Isarkanal.
Als
ich auf idyllischen Pfaden in Richtung des Gedenksteins der Brüder
Helmut und Gerhart Riemenschmid wandere, habe ich meine Tagesetappe
fast schon geschafft. Von hier o ben
habe ich erstmals den Blick frei in
Richtung Alpen. Eine faszinierende Vorstellung diese von München aus zu überschreiten und
ich bin schon kurz vor Wolfratshausen, wo meine
erste Etappe heute zu Ende gehen wird. Die Bahn wird mich zunächst
wieder nach Hause bringen. Für mich als Nichtwanderer sollte
dies zunächst eine
Probewanderung sein. Denn es sind natürlich viele Fragen offen: Wie
verhält es sich mit den Zeitvorgaben und wie anstrengend sind 35
km
Wegstrecke.
Tipp 1: Wer München
nicht kennt, sollte sich
ernsthaft überlegen, ob er diese pulsierende
Metropole so schnell
hinter sich lassen möchte. An Sehenswürdigkeiten ist die bayerische
Landeshauptstadt sicher nicht arm. Übernachtungsmöglichkeiten bieten sich auch in den
Herbergen des Deutschen Jugendherbergswerkes.
Exemplarisch möchte ic h hier
die Jugendherbergen die fast direkt an der Route liegen nennen. Dies
sind die Jugendherberge München-Park Thalkirchen
die in unmittelbarer Nähe zum Tierpark Hellabrunn liegt und die Jugendherberge
Burg Schwaneck in Pullach im Isartal. Wer Letztere als sein
Ziel wählt, sollte nach der Großhesseloher Brücke nicht den Damm zwischen Isar und Isarwerkkanal als
Weg wählen, das könnte zu Missmut führen.
Tipp 2: Wer
die lange Etappe kürzen möchte, könnte dies auch mit
einer
Übernachtung im Naturfreundehaus
"Klause im Schindergraben" tun.
Diese liegt unweit des Weges. Beim Gasthaus Brückenfischer - also etwa
eine halbe Stunde nach dem Kloster Schäftlarn - überqueren wir die Isar
und gehen nun rechts der Isar, bis der Weg nach links in den Wald
abzweigt. Diese Übernachtungsmöglichkeit ist unbedingt im Vorfeld zu
klären.

Auch
die zweite
Etappe trennt mit einer zu bewältigenden Distanz von 34 Kilometern die
Spreu vom Weizen. Wer die ersten beiden Etappen von fast 70 Kilometern
anders aufteilt, tut vielleicht ganz gut daran. Auf der anderen Seite
will man natürlich aber auch so schnell als möglich in die Berge und
raus aus dem Trubel.
Wolfratshausen
erreiche ich wieder mit der S-Bahn. Natürlich setze ich meine Tour da
fort, wo ich sie unterbrochen habe. Am S-Bahnhof. Dort am
Fahrkartenschalter der Deutschen Bahn bekomme ich auch einen
Stempelabdruck in meinen Tourenbegleiter.
Von
Wolfratshausen führt mich mein Weg zunächst zum Isar-Loisach-Kanal. Man
merkt schon, d ass
Ludwig Graßler hier zu Hause ist.
Wer hier die
München-Venedig-Aufkleber nicht wahrnimmt, dem werden sie auf der
ganzen Tour nicht mehr auffallen. Dank der Aufkleber muss man
sich
hier auch keinerlei Sorgen machen, dass man den Weg nicht finden
könnte. So findet man auch leicht die Abzweigung nach Waldram. Der Weg
führt uns weiter durch die
Geretsrieder Au des Wolfratshausener
Forstes über Gartenberg nach Geretsried.
In
dessen Wald erinnern eine ganze Reihe alter Zaunpfosten und anderer
Relikte an zwei riesige Rüstungsbetriebe und damit an die
dunkelsten Jahre der deutschen Geschichte.

Der Weg
führt weiter über Einöde und den Weißleitner Malerwinkel (Bild
links), wo ich eine Rast einlege. Weiter führt der Weg durch Isarwiesen
über den Großen Rothbach und den Mühlbach, durch das Brand an der Isar
entlang nach Lochen und Rimslrain.
Der ganze
Weg ist im Übrigen durch den Isartalverein hervorragend beschildert.
Leider war am Tag meiner Begehung das
Gras in den Wiesen sehr hoch und ich einer der ganz wenigen Wanderer, so dass der
gemeine Holzbock (die "Zecke") großes gefallen an mir fand. Deshalb mein
Tipp: In Rimslrain lieber
die etwa 500 Meter längere Variante zum Tölzer Stausee
wählen.
Sie bietet zudem eine Panoramaaussicht auf die mittlerweile ganz nahen
Alpen. Also jenes Hochgebirge an das ich nicht nur hin, sondern sogar
darüber hinweg will.
Die
Leitzinger Au ist das nächste Ziel, bevor ich den Isarstausee bei Bad
Tölz erreiche. Dem See folge ich, auf der östlichen Seite, da ich
direkt
zum
Kalvarienberg möchte. Doch zunächst kehre ich kurz in die Moralt-Alm
ein. Als ich den Kalvarienberg erreiche, bin ich fasziniert vom Blick
auf die Alpen - auch die Benediktenwand, das Ziel der 3.
Etappe, liegt gut sichtbar vor mir. 
Der
Blick vom Kalvarienberg entschädigt dann auch tatsächlich für die
heutige lange Tour. Es würde mein Gewissen nicht beunruhigen, wenn ich
die Tour am Bahnhof Bad Tölz für heute abbrechen würde. Aber ich bin
nach meiner Rast in der Moralt-Alm so gut drauf, dass ich noch einige
Kilometer bis nach Arzbach dranhänge. Dort werde ich die Isar
überqueren und von Obergries, mit der Bayerischen Oberlandbahn, die
Heimfahrt antreten.
Der
Weg nach Arzbach führt zunächst direkt entlang der Isar und später auf
gut ausgebauten Wegen durch die Flussaue bis Arzbach, wo mich ein
wunderbares Panorama der Benediktenwand (siehe
unten) erwartet.
Sie wird das Ziel meiner nächsten Etappe sein.

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